FLiB-Pressemeldung 10/2007

Alles gut getrocknet?

Bei Luftdichtheitsmessungen erfordern Klebemassen besondere Aufmerksamkeit

Der beim Messen der Gebäudedichtheit hergestellte Unter­druck von 50 Pascal ist minimal – gerade mal so hoch wie die natürliche Luftdruckdifferenz zwischen Erdgeschoss und zweitem Stock eines Hauses. Unter ungünstigen Voraus­setzungen kann jedoch schon die sich daraus ergebende Zugkraft ausreichen, um die luftdichtende Folie stellenweise wieder abzulösen. Häufigster Grund dafür ist eine zu geringe Wartezeit nach dem Verarbeiten von pastösen Klebe­massen. Auf diese Fehlerquelle macht der Fachverband Luftdichtheit im Bauwesen e.V. (FLiB) mit Sitz in Kassel aufmerksam.

Beim FLiB kennt man das Szenario: Beinahe bis zur letzten Minute, bevor das Messteam die Blower-Door aufbaut, arbei­ten die Handwerker noch an der Luftdichtheitsebene und bessern kleine Fehlstellen aus. Verwenden sie dabei Klebe­bänder, bleibt das in der Regel unproblematisch. „Beim Einsatz von pastösen Klebern ist solche Hektik allerdings riskant“, betont der Verbandsgeschäftsführer Dipl.-Ing. Torsten Bolender. Anders als Klebebänder müssen diese erst austrocknen, um ihre volle Haftwirkung zu entfalten.

Abhängig von der Saugfähigkeit und Materialfeuchte des Untergrunds (zum Beispiel Innenputz), der Dicke der Klebe­raupe und den klimatischen Bedingungen auf der Baustelle kann es zwischen 24 Stunden bis hin zu 14 Tagen dauern, bevor eine Klebedichtmasse ihre Endfestigkeit erreicht hat. Diese ist für die geringe Belastung durch die Luftdichtheits­messung zwar nicht unbedingt nötig, doch empfiehlt der FLiB allen Beteiligten, auf Nummer Sicher zu gehen. Bolender: „Die Hersteller kennen die Eigenschaften ihrer Kleber sehr genau und geben präzise Verarbeitungshinweise.“ Man könne den Verarbeitern nur dazu raten, diese Vorgaben sorgfältig einzuhalten: „Nicht zuletzt natürlich auch, um die dauerhafte Luftdichtheit sicherzustellen.“ Der Rat für Mess­teams lautet, ihre Auftraggeber ausdrücklich auf das durch unzureichende Trocknung von Klebemassen entstehende Schadensrisiko hinzuweisen und dies beim Festlegen des Prüftermins entsprechend zu berücksichtigen.

Darüber hinaus hat der Fachverband ganz neu eine „Risiko­matrix Baustoffe“ vorgelegt, die einen produktunabhängigen Überblick über die für die Haltbarkeit von Klebeverbindungen wichtigen Rahmenbedingungen gibt. Die Liste soll es Verar­bei­tern wie Anbietern von Luftdichtheitsmessungen erleich­tern, unsichere Verklebungen zu erkennen.

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Dipl.-Ing. Oliver Solcher
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Storkower Straße 158, 10407 Berlin
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