FLiB-Pressemeldung 09/2005

Dicht ist wichtig!

Suche nach Luftlecks schützt Baufamilien vor teuren Folgen

Dicht ist wichtig! Immer häufiger hören Bauherren und ‑frauen den Rat, bei ihrem Neubau eine Luftdichtheitsmessung durchführen zu lassen. Doch warum ist eine dichte Gebäudehülle überhaupt so wichtig? Professor Dr. Gerd Hauser, der Vorsitzende des Fachverbands Luftdichtheit im Bauwesen (FLiB) in Kassel, gibt Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Herr Professor Hauser, warum sind Luftlecks ein ernst zu nehmender Baumangel?
Hauser: Zunächst einmal kann es selbst durch kleinste Ritzen und Fugen in der Gebäudehülle ganz unangenehm ziehen. Wichtiger noch ist, dass im Winter warme Luft durch diese Lecks nach draußen strömt. Die Heizkosten fallen hö­her aus als erwartet – und das trotz dicker Wärmedämmung und moderner Heizungsanlage. Außerdem gelangt mit der warmen Innenluft Feuchtigkeit aus der Wohnung in Dach und Wände. Wenn sie sich dort niederschlägt, zum Beispiel in der Dämmschicht, können schwere Bauschäden die Folge sein. Dann wird es richtig teuer. Auch das Recht steht übri­gens aufseiten der Baufamilien: Weisen sie mangelhafte Dichtheit nach, müssen die am Bau Beteiligten nachbessern.

Die gängige Methode, um Leckagen in der Gebäudehülle aufzuspüren, ist der so genannte Blower-Door-Test. Was geschieht dabei?
Hauser: Bei diesem Verfahren erzeugt man über ein Gebläse zunächst einen Druckunterschied zwischen innen und au­ßen. Dann ermittelt man, wie viel Luft der Ventilator bewegen muss, um den Unterschied konstant zu halten. Liegt dieser Wert bezogen aufs Gebäudevolumen zu hoch, heißt das, dass Luft durch Fehlstellen in der Dichtheitsebene nach­strömt. Diese Lecks lassen sich mit Hilfe von Rauch oder Wärmekameras sichtbar machen. In einem Einfamilienhaus finden die Messteams oft zwischen fünf und 20 Dichtheits­mängel. Typische Stellen sind Fensterbänke, Steckdosen oder die Durchführung von Rohren und Leitungen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Dichtheits­mes­sung?
Hauser: Die Energie-Einsparverordnung sieht den Dichtheits­nachweis, grob gesagt, als Bestandteil der Bauabnahme vor. Zu diesem Zeitpunkt lassen sich gefundene Mängel aller­dings kaum noch beheben. Deswegen empfehlen wir vom FLiB zusätzlich einen baubegleitenden Test vor dem Beginn des Innenausbaus. Vor allem im Dach sind die Dichtheits­ebene und auch die Anschlüsse dann noch zugänglich und Fehler können problemlos beseitigt werden. Das spart viel Zeit, Nerven und letztlich auch Geld.

(Bildunterschrift)
Rät zur Dichtheitsmessung: Bauphysiker Professor Dr. Gerd Hauser

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